Stress/Burnout

Wie es zum Burnout kommt

Das vegetative Nervensystem ist sozusagen das Betriebssystem unseres Körpers. Es arbeitet mit Bereichen unseres Gehirns und dem Hormonsystem eng zusammen. Diese Kombination ist die unbewusste Grundsteuerung unseres Systems.

Das vegetative Nervensystem teilt man in zwei Systeme die perfekt zusammenspielen:

den Sympathikus und den Parasympathikus.

Dies sind zwei getrennt verlaufende Nervenstränge, die vom Stammhirn zu den verschiedenen Organen, Drüsen und Gefäßen laufen und diese verbinden.

So greift das Gehirn hier regulierend ein. Organe können aktiviert oder gehemmt werden.

Wenn also der Steinzeitmensch auf Nahrungssuche plötzlich von einem wilden Tier bedroht wurde, reagierte sein Körper unmittelbar und unbewusst durch Kampf oder Flucht:

Der Sympathikus (unterstützt von Adrenalin)

  • Die Muskulatur spannt sich
  • Der Herzschlag wird schneller
  • Der Blutdruck steigt
  • Die Bronchien werden weiter
  • Die Sinnesorgane werden aufmerksamer (Gehör wird feiner, Pupillen weiten sich).
  • Schmerzwahrnehmung wird heruntergefahren (damit man weiterrennen kann, auch bei Verletzung).
  • Blutgerinnung wird beschleunigt (damit Wunden nicht zu viel Blut verlieren).
  • Fettreserven geben Zucker ins Blut.
  • Die Muskulatur gibt Proteine ab, um Energie für Muskelgruppen zu liefern.
  • Systeme, die zur unmittelbaren Flucht nicht benötigt werden, werden heruntergefahren damit Energie gespart wird: Verdauung, Fortpflanzungstrieb.

So können wir schnell sein, kämpfen und fliehen.

Wenn die Gefahr vorüber ist, tritt der Parasympathikus (unterstützt von Serotonin) wieder in Kraft (Organfunktionen werden zurückreguliert.):

  • Muskulatur entspannt sich.
  • Herz beruhigt sich.
  • Blutdruck sinkt.
  • Bronchien nehmen normale Größe ein.
  • Leber speichert unverbrauchten Blutzucker wieder als Fett ein.
  • Immunsystem übernimmt wieder langfristige Abwehraufgaben.
  • Verdauung beginnt wieder zu arbeiten.
  • Sexuelle Schlüsselreize entfalten ihre Wirkung.

Wir können uns regenerieren, wachsen, verdauen, erholen und vermehren.

Das Serotonin sorgt für eine zufriedene, entspannte Stimmung, in der auch Ideen und Kreativität ihren Raum bekommen.

Beide Systeme wechseln einander ab und spielen fein zusammen.

Da wir jedoch nicht mehr in der Steinzeit leben, sind es neue Alarmauslöser, auf die unser Sympathikus reagiert. Lärm, Sirenen, Bildschirmflimmern, Telefon-  und Handyklingeln, Blicke vom Chef und den Kollegen, künstliches Licht, Auto- und Motorenlärm....

So kann es passieren, dass wir den Sympathikus nur noch selten zurückfahren, sodass das Cortisol im Blut gar nicht mehr abgebaut werden kann. Wir verbrennen die letzten Reserven.

Die oben beschriebenen Symptome sind die Folge.